Die Einsatz- und Dienstkleidung
 

Sie ist das Erkennungsmerkmal Nummer eins, das viele Kinderaugen zum Leuchten bringt: Die knallrote Feuerwehrschutzausrüstung. Doch was steckt dahinter und warum gibt es in Norderbrarup nur noch schwarze Feuerwehrjacken?

Feuerwehrbekleidung lässt sich ein 4 Kategorien einteilen: Persönliche Schutzausrüstung, Erweiterte Schutzausrüstung, Funktionswesten und Dienstuniform.
 

Persönliche Schutzausrüstung

Sie stellt die Mindestausstattung dar und steht jedem Feuerwehrmitglied ab dem Eintritt zur Verfügung. Die persönliche Schutzausrüstung besteht aus Schutzanzug (Hose, Jacke), Stiefeln, Handschuhen sowie Helm mit Nackenleder und Visier. Die Stiefel besitzen eine Stahlkappe und schützen Füße vor herabfallenden Gegenständen, Stichverletzungen beim Durchtritt, Umknicken, Kälte, Nässe, Stromschlag und vor Verbrennungen.


Neben der Mindestausrüstung besitzt jeder Feuerwehrmann in Norderbrarup folgende Kleidung:

  • Feuerwehr-Wollpullover
  • Feuerwehr Sweatshirt
  • Feuerwehr T-Shirt
  • Feuerwehr Schiffchenmütze
  • Wer möchte: Feuerwehr Baseballcap
 

Erweiterte Schutzausrüstung für den Löschangriff

Um für die Gefahren eines Brandes besser gewappnet zu sein, gibt es eine erweiterte Schutzausrüstung für den Löschangriff.

In erster Linie zählt dazu eine dicke Feuerwehrüberjacke (HuPF Teil 1), die auch aufgrund ihrer wärmenden Eigenschaften ebenfalls jedem Mitglied der Feuerwehr Norderbrarup zur Verfügung steht. Die alten Jacken waren orange. Die neuen Jacken werden aus Kostengründen nur noch in Schwarz angeschafft, so dass die orangenen Feuerwehrmänner bis zum Jahr 2014 vollständig aus Norderbrarup verschwunden sind.

 

Zur erweiterten Schutzausrüstung zählt auch eine Feuerwehrüberhose, die entweder über der normalen Schutzhose (HuPF Teil 4a) oder ohne weitere Hose (HuPF Teil 4b) getragen werden kann. Im Bezirk Norderbrarup verfügt jeder Atemschutzgeräteträger über eine dieser Hosen genau wie über einen Feuerwehrsicherheitsgurt mit Beil.

Die moderne Nomexschutzausrüstung ist mehrlagig und schützt gegen Wärmestrahlung. Sie ist nicht brennbar, tropft nicht und schmilzt nicht. Bei plötzlichen Ereignissen wie einer Rauchgasdurchzündung schützt sie ihren Träger ca. 10 Sekunden lang vor Verbrennungen. An dieser Stelle sind die Grenzen allerdings auch erreicht. Für planmäßige Spaziergänge durch Flammen ist die Ausrüstung nicht geeignet. Der verbreitete Spruch „Männer, die durchs Feuer gehen“ ist also auch großer Quatsch. Kein Feuerwehrmann geht freiwillig ins Feuer – er rettet sich höchstens mit einem Sprung selbst vor den Flammen.

 

Sobald bei einem Löscheinsatz die Gefahr von Atemgiften besteht, rüsten sich mindestens zwei Trupps (4 Personen) neben ihrer erweiterten Schutzausrüstung mit Atemschutzgeräten aus. Dabei greift man vor allem im Löschangriff fast immer auf umluftunabhängige Geräte zurück, bei denen die gesamte Atemluft in einem Pressluftatmer auf dem Rücken mitgeführt wird. Die Luftflaschen haben ein Volumen von 6 Litern und einen Druck von anfangs 300 Bar. Mit der Luft von ca. 1600 Litern kommt man ca. 20-30 Minuten aus.

Der Geräteträger hat an einer Jacke ein kleines Schild mit seinem Namen befestigt. Bei Einsatzbeginn wird dieses bei der sog. Atemschutzüberwachung abgegeben, damit keiner verloren geht. Der Überwacher hält ständig Funkkontakt mit den Trupps und überwacht Drücke, Einsatzzeit und rechtzeitigen Rückzug, damit niemand ohne Luft am Einsatzort im Rauch steht.

An den Atemschutzgeräten der Feuerwehr Norderbrarup sind zusätzlich Bewegungslosmelder (umgangssprachl. „Totmannwarner“) angebracht. Wenn sich der Träger mehr als 30 Sekunden lang nicht bewegt wird ein lauter Alarm ausgelöst, der es nachfolgenden Trupps sehr einfach macht, den Bewusstlosen zu lokalisieren.

Jeder Atemschutzgeräteträger im Bezirk verfügt über eine persönliche Atemschutzmaske, für dessen Desinfektion und Einsatzbereitschaft er verantwortlich ist. Über die Maske wird noch eine mehrlagige Flammschutzhaube („Bankräubermütze“) getragen, die Ohren- und Nackenbereich vor Flammen schützt.

Diese Flammschutzhauben haben sich im Winter als praktische Mützen unter dem Helm erwiesen, so dass jeder Feuerwehrmann in Norderbrarup mit dieser Schutzhaube ausgestattet ist.

 

Erweiterte Schutzausrüstung für den Kettensägeneinsatz

Für den Einsatz einer Kettensäge werden zusätzlich zum Schutzanzug ein Waldarbeiterhelm mit Gehörschutz und Visier sowie eine Schnittschutzhose getragen. Diese Kleidung befindet sich an Bord des Feuerwehrfahrzeugs und wird nur bei Bedarf von den sägenden Kameraden angezogen.

 

Funktionswesten

Besondere Funktionsträger bekommen während des Einsatzes eine Weste, die sie von allen Seiten schnell erkennbar macht. Wir benutzen Funktionswesten für den Einsatzleiter, den Gruppenführer und für die Atemschutzüberwachung.

 

Dienstanzug

In der 70er Jahres wurde der gute alte Blaurock noch im Einsatzdienst verwendet, obwohl er keinerlei Schutzfunktion hat. Inzwischen trägt man den Dienstanzug nur noch zu Versammlungen und Festen. In Norderbrarup verfügt jedes Feuerwehrmitglied über eine Jacke sowie ein kurzes und ein langes Hemd mit schwarzer Kravatte. Zum Dienstanzug gehört außerdem eine Schirmmütze. Hose und Schuhe stammen aus dem Privatbesitz der Kameraden.