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Einführung
Wichtig: Unsere Brandschutztipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie geben lediglich Anregungen zum häuslichen Brandschutz.

Der Brandschutz gehört zu den Hauptaufgaben der Freiwilligen Feuerwehr und umfasst neben dem abwehrenden Brandschutz (z.B. Brandbekämpfung) auch den vorbeugenden Brandschutz, also alle Maßnahmen, die der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorbeugen.
Während die Feuerwehren sich damals primär mit der Brandbekämpfung beschäftigten, wächst dem vorbeugenden Brandschutz heute eine immer größere Bedeutung zu - dieses äußerst komplexe Thema kann man in Wuppertal sogar studieren. Auch der Laie erkennt so die Vielfältigkeit des Brandschutzes, auf unserer Seite möchten wir uns auf einige Tipps beschränken, die Sie im Norderbraruper Privathaushalt beachten sollten. Für weiterführende Informationen haben wir diverse Links zusammengestellt.
 

Die Feuerwehr hilft - vorbeugen müssen Sie selbst!

 
A) Ihre Grundausstattung im Haushalt

1. Ihr Rauchmelder (Pflicht in Schleswig-Holstein)
600 Menschen sterben in Deutschland jährlich durch Brände, 6000 tragen bleibende Schäden durch Rauchvergiftungen davon. Tödlich ist in der Regel gar nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits drei Atemzüge des hochgiftigen Rauchs können tödlich sein, nachdem das Opfer meist im Schlaf überrascht worden ist (in 75% der Fälle), danach bewusstlos wurde und dann an dem Rauch erstickte, denn der Geruchsinn ist im Schlaf völlig abgeschaltet.
Der Rauchmelder weckt Sie vorher durch seinen schrillen Piepton und ist für wenig Geld zu bekommen.


Es gilt in SH eine gesetzliche Rauchmelderpflicht:
- in Neu-, Um- als auch in Bestandsbauten
- für Schlaf- und Kinderzimmer
- für Flure, die als Rettungsweg dienen


Die Spannweite der Rauchmelder für den privaten Gebrauch reicht von dem klassischen „Rauchpieper“ über funkvernetzte Systeme mit Alarmanlage bis hin zum integrierten 230 Volt-Systemen mit Notstromoption, das Sie per SMS über Rauchentwicklung informiert oder sogar die Leitstelle anruft.
Für die Küche (über dem Herd) gibt es Rauchmelder mit Stummschaltung, die sich ca. 10min nach dem Stummschalten automatisch wieder in den normalen Überwachungszustand schalten.
Unabhängig davon, welche Geräte Sie einsetzen, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall einen Rauchmelder mit dem VdS-Prüfzeichen.
Der gute Rauchmelder sollte eine Batterielebensdauer von mindestens fünf Jahren haben, einen Testknopf zur Funktionsprüfung vorweisen und durch z.B. Piepen oder Blinken auf eine leere Batterie aufmerksam machen können.
Ein Rauchmelder kostet meist weniger als 25 Euro und ist im Baumarkt, beim Discounter oder im Fachhandel (z. B. Fa. Ludwig Brandschutztechnik, Gewerbegebiet Süderbrarup) erhältlich.


2. Ihr Feuerlöscher
Wenn man sich mit Handlöschgeräten („Feuerlöschern“) auseinandersetzt, sollte man sich zunächst die Brandklassen anschauen, um die Einsatzbereiche der Geräte einordnen zu können.
In Deutschland unterscheiden wir folgende Brandklassen: A= Feststoffe, B=Flüssigkeiten, C=Gase, D= Metall . F=Speisefett

Für den Privathaushalt empfehlen wir Ihnen einen Schaumlöscher (Brandklasse AB), da dieses Löschmittel unbedenklich für die Gesundheit ist. Er kann bei Feuer direkt auf den Brandherd ausgerichtet werden und zieht keine umliegenden Gegenstände in Mitleidenschaft.

Für den Heizungskeller empfiehlt sich ein 6-kg-ABC-Pulverlöscher (Brandklasse A, B, C), dessen Löschmittel jedoch in der Wohnung umliegende Gegenstände beschädigen kann und deswegen nur ungern in Wohnbereichen genutzt wird.


Des weiteren gibt es den Kohlenstoffdioxidlöscher (Brandklasse B) – das sauberste Löschmittel, das rückstandslos z. B. technische Geräte löschen kann und oft in Großküchen oder EDV-Räumen bereitsteht.

Die letzte Variante wäre ein Wasserlöscher (Brandklasse A) zum Löschen von Feststoffbränden. Diese Geräte sind höchstens als Zusatzlöschmittel für den Privathaushalt geeignet, weil das Anwendungsgebiet in der Brandklasse A sehr beschränkt ist. Außerdem lässt er sich im Notfall auch durch einen Gartenschlauch ersetzen.
Kaufen können Sie den Feuerlöscher ebenfalls im Baumarkt oder im Fachhandel. Anschließend sollten Sie Ihren Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen lassen.
 

Brandklasse

  A B C D F
Löschmittel
Wasser

ü

û(a ) û(b) û(c)
Schaum ü ü û(b) û(c)
BC-Pulver ü ü
ABC-Pulver ü ü ü
Metallbrandpullver ü
Kohlenstoffdioxid CO2 ü
Fettbrandlöschmittel ü ü
   
ü= geeignet
leeres Feld = ungeeignet
û= ungeeignet mit besonderen Gefahren
(a )= Gefahr der Brandausbreitung
(b) = Gefahr einer heftigen Reaktion, z.B. Explosion
(c) = Gefahr einer Fettexplosion


3. Ihre Löschdecke
Besonders in der Nähe eines Herdes empfiehlt die Feuerwehr zusätzlich die Anbringung einer Löschdecke. Ein Löschversuch eines Fettbrandes mit Wasser kann zu verheerenden Verletzungen führen. Kleine Löschdecken gibt es ebenfalls sehr günstig im Baumarkt oder im Fachhandel.



4. Ihr Gasmelder
Falls Sie in Ihrem Haus mit Gas heizen oder kochen, sollte Sie einen Gasmelder in der Nähe des Gasverbrauchers anbringen. Dieser warnt Sie und Ihre Familie bereits bei einer Gaskonzentration von 1%.



 

5. Ihr Autofeuerlöscher
Diese kleine Gerät dient zum Löschen eines Entstehungsbrandes und gibt das sichere Gefühl, bei einem Brand gerüstet zu sein – sowohl für die eigene als auch für die Hilfeleistung anderer Verkehrsteilnehmer. Das Kleinlöschgerät sollte trotzdem 2kg Löschmittel beinhalten, da es für ungeübte Personen mit geringeren Löschmittelmengen kaum möglich ist, einen Brand wirkungsvoll zu bekämpfen. Bewährt haben sich auch Feuerlöschsprays - allerdings nicht von allen Herstellern.

 
B) Brandschutz – Ein Thema in jeden Haushalt
Brandschutzerziehung Ihrer Kinder / Brandschutzaufklärung
Fast ein Drittel aller Brandopfer sind Kinder. Deswegen leistet die Feuerwehr Norderbrarup regelmäßige Besuche in der Grundschule ab, bei denen mit den Kindern das Verhalten im Brandfall trainiert wird und die Feuerwehr sich vorstellt, z. B. um den Kindern eventuelle Ängste vor maskierten Atemschutzgeräteträgern zu nehmen.
Trotzdem sollten die Eltern mit den Kindern selbst das richtige Verhalten durchgehen (Folgeartikel) und auch gerne kontrolliert zündeln, damit die Kinder nicht allein die Faszination Feuer erforschen.
Speziell für Kinder gilt: Bringen Sie den Kindern bei, niemals wegzulaufen oder sich zu verstecken, sondern Hilfe zu rufen.

Verhalten im Brandfall
- Ruhe bewahren – keine Panik!
- Kleine Brände lassen sich mit dem Handlöschgerät (Feuerlöscher) oft selbst löschen.
Ansonsten:
- Verlassen Sie umgehend das Haus, verschwenden Sie keine Zeit durch das Mitnehmen von Gegenständen. Schließen Sie nach Möglichkeit alle Türen, durch die Sie laufen.
- Bewegen Sie sich bei dichtem Rauch in Bodennähe. Halten Sie sich evtl. ein Nasses Tuch vor Mund und Nase.
- Schließen Sie möglichst viele Fenster und Türen.
- Rufen Sie umgehend die Feuerwehr ((112) und nennen Sie Namen, Adresse, !Brandort!, Zahl der Verletzen und warten Sie auf Rückfragen!
- Warnen Sie alle Hausbewohner und evtl. Nachbarn und helfen Sie gefährdeten Personen.
- Wenn Sie die Wohnung nicht verlassen können, machen Sie am Fenster auf sich aufmerksam und rufen Sie um Hilfe. Niemals aus Angst aus dem Fenster springen.


Vorbeugender Brandschutz für Ihr Haus
- Türen zu Heizungsräumen und Garagen sind meist feuerhemmend konstruiert und sollten nie unterkeilt oder festgebunden werden.
- Notausgänge sollten jederzeit zu öffnen sein.
- Jedes Gebäude muss zwei unabhängige Rettungswege aufweisen, einer davon kann auch durch ein Fenster gewährleistet sein. Achten Sie deswegen darauf, dass die Fenster sich leicht öffnen lassen, nicht zugestellt sind und nicht durch ein Gitter verdeckt sind, das sich nicht von innen öffnen lässt.
- In Treppenhäusern sollte das obere Fenster als Rauchabzug leicht zu öffnen sein.
- Der Treppenraum sollte nicht als Abstellraum genutzt werden, sondern auf ganzer Breite begehbar sein.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter folgenden Links:

Quellen
è Das sichere Kind – Elternratgeber
è Wikipedia - Onlinelexikon
è Richtig Löschen - Feuerwehr Wels
è Noezsv - Erste Löschhilfe
è Brandschutzportal.at- Anbieter von Brandschutzprodukten
è Rauchmelder-lebensretter.de – Bundesweite Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben.“
è VDS - Liste aller VdS-zertifizierten Rauchmelder

Wichtig: Unsere Brandschutztipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie geben lediglich Anregungen zum häuslichen Brandschutz.
 
 

 

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