Norderbrauper Wehr fährt erneut nach Böelschuby

125 Jahre Feuerwehr Böelschuby

04.07.2015
Norderbrauper Wehr fährt erneut nach Böelschuby

129 Jahre – diesen Geburtstag hätte die Feuerwehr Norderbrarup in diesem Jahr feiern können, doch soweit ist es nie gekommen.

Der Grund dafür liegt in der großen Sympathie der Norderbraruper für ihren Nachbarort Böelschuby. Um nachbarschaftliche Löschhilfe zu leisten, rückte die junge Feuerwehr im Jahr 1904 zu einem Großbrand in den Nachbarort aus. Der Brand war erst nach zwei Tagen gelöscht, bevor sich die Wehr auf den Heimweg machen konnte. Dieser gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht – denn auf dem Rückweg fanden die fleißigen Helfer mehrere Gasthäuser vor, die zur Einkehr einluden. „Sie sollen drei Tage gebraucht haben“, schmunzelt Altwehrführer Hans-Peter Helm, der einige Beteiligte noch persönlich kennt.
Dieser Umstand gefiel den daheimgebliebenen Ehefrauen so ganz und gar nicht, dass sie noch am selben Tage dafür sorgten, dass es keine Freiwillige Feuerwehr in Norderbrarup mehr gab! So wurde der Brandschutz über viele Jahre durch eine Zwangswehr gewährleistet, exakt bis zur Neugründung 1932.
Karsten Rothberg ist heute Wehrführer in Böelschuby und während der freudebringenden Vorbereitung der 125-Jahr-Feier der Wehr empfand er Mitleid für die Nachbarn aus Norderbrarup. Mitleid, dass selbst die jüngsten Norderbraruper deren 125 Geburtstag im Jahr 2057 allenfalls als Mitglied der Ehrenabteilung erleben werden – sofern bis dahin nicht längst eine Neuordnung der Amtswehren stattgefunden hat und vielleicht niemand in Norderbrarup jemals so ein Fest feiern kann.
Rothberg überlegte sich, die Norderbraruper teilhaben zu lassen an den Feierlichkeiten. Obwohl Norderbrarup in einem anderen Bezirk liegt, entschied er sich die Wehr zu seiner Teilamtsübung einzuladen, um zusammen mit den Wehren aus Böel und Mohrkirch den Ernstfall zu üben und anschließend gemeinsam zu Essen und die Geschichte der Feuerwehr Böelschuby revue passieren zu lassen.
Durch zwei Feuerwehreinsätze im Vorwege tauchte die Wehr zwar zu spät auf, um am Übungsgeschehen teilzunehmen - rechzeitig zum Essen und zum offiziellen Teil des Jubiläums war man aber doch vor Ort.
Wulf Nagelschmidt ging in seinen Grußworten selbstironisch auf die Situation ein und setzte das Ziel, diesmal den Heimweg noch am selben Abend anzutreten. Es gelang, so dass man sich nach dem erneuten Besuch in Böelschuby keine Sorgen um den Brandschutz in Norderbrarup machen muss.

 
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