Erfreulicher Verlauf der Jubiläumsveranstaltungen (mit Video!)

Krumbacher Musikanten heizen Norderbrarup ein!

19.06.2007
Erfreulicher Verlauf der Jubiläumsveranstaltungen (mit Video!)

„Das war so schön – eigentlich müsste man eine Runde heulen“ – mit diesen Worten beendete Wehrführer Bruno Heller die Norderbraruper Dorfwoche, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des 75-jährigen Feuerwehrjubiläums stand.
Nachdem die Gemeinde am Mittwoch beim Gemeindenachmittag ausführlich über 75 Jahre Feuerwehrgeschichte informiert wurde, startete am Freitag mit der Amtsbezirksübung das Hauptprogramm. Zusammen mit 5 Nachbarwehren wurde eine publikumswirksame Einsatzübung gefahren, die der Mohrkircher Kamerad Norbert Wacker per Megafon für die rund 250 Zuschauer kommentierte. Anschließend konnten Feuerwehrleute und Gäste im Zelt einen Imbiss verzehren und den Klängen des Feuerwehrmusikzuges lauschen. Bürgermeister Wolf Rüdiger Gramm überbrachte die Grußworte der Gemeinde und schenkte den Kameraden neue T-Shirts und Aufnäher mit dem Dorfwappen für die Uniformen. Kreisbrandmeister Walter Behrens überbrachte einen Ehrenteller. Er forderte auch die Norderbraruper Frauen auf, sich in der Feuerwehr zu engagieren.
Am Samstag folgte das Highlight des Wochenendes – der Jubiläumsfestball. Die 45 Musikanten aus Krumbach am Bodensee begeisterten die 321 zahlenden Gäste so sehr, dass bei Festende niemand nach Hause gehen wollte. Auch die Theatergruppe der FW-Norderbrarup sorgte für viel Freude unter den Gästen.
Die Kameraden der stark vertretenden Ehrenabteilung waren allesamt der Meinung, dass es so ein Fest in Norderbrarup noch nicht gegeben hat.
Zum Abschluss wurde am Sonntag ein Umzug durch das Dorf veranstaltet, bei dem die Musikkapelle und die Feuerwehr zunächst Pastorin Renate Singhofen abholten, um dann gemeinsam zum großen Jubiläumsgottesdienst in Festzelt zu ziehen. Dieser wurde ebenfalls musikalisch von den Krumbacher Musikanten begleitet. Hinterher folgte der 3-stündige Frühschoppen, bei dem die Musikanten genau an der Stelle weitermachten, wo sie am Abend zuvor aufgehört hatten.



Ausführlicher Bericht


Anlässlich des 75-jährigen Bestehens feierte die Freiwillige Feuerwehr Norderbrarup vom 13.6 bis zum 17.6 2007 ein unvergessliches Jubiläum, das in diesem Jahr die Norderbraruper Dorfwoche prägen sollte oder sollte man lieber sagen: “Das Norderbrarup in diesem Jahr prägen sollte?“
Die Spannung war groß, bei den Kameraden und deren hilfsbereiten Frauen, als am Freitag die über zweijährige Vorbereitungsphase endete. War an alles gedacht? Ließen sich die zahlreichen Details tatsächlich in die Praxis umsetzten? Kommen genügend Gäste und hat sich die Mühe gelohnt?
Um es kurz vorwegzunehmen: Das Fest hat wohl alle Erwartungen bei weitem übertroffen, aber lassen Sie uns noch einmal ganz am Anfang beginnen und diese Juniwoche noch einmal Revue passieren lassen.


Mittwoch, 13.6.2007, 14.30 – Auftakt im Gemeindehaus
Schon seit zwei Tagen weht jetzt die Festbeflaggung an fast jeder Straßenlaterne in Norderbrarup. Auf der stillgelegten Straße zum Dorfplatz herrscht reger Durchgangsverkehr und über den Knick ragt bereits ein riesiges weißes Zelt hervor.
Im Gemeindehaus Norderbrarup waren fast alle Stühle besetzt an diesem Mittwoch Nachmittag . Das lag nach Ansicht von Pastorin Singhofen wohl daran, dass sich bei dem sonst überwiegend von Frauen besuchten Gemeindenachmittag diesmal zusätzlich eine große Gruppe von Männern eingefunden hatte, die erwartungsvoll an ihrem Kaffee nippen. Sie alle hatten in ihren Briefkästen die Jubiläumsfestschrift der Feuerwehr gefunden und danach wohl schon geahnt, dass in den nächsten Tagen in Norderbrarup etwas ganz besonderes passieren würde.
Den Auftakt dieser Veranstaltungen machte Bruno Heller am Mittwoch, als er den Zuhörern eine Beamershow präsentierte. Außerdem wurde auf die technische Entwicklung eingegangen und Fotos von gestern und heute gezeigt. Erschrocken bzw. begeistert waren die Zuschauer auch von den Filmen:
„Der Brand der Saustruper Mühle“ (Ein Streifen der Norderbraruper Filmgruppe aus den 70er Jahren) zeigte, wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrmänner schon immer gewesen ist.
Für große Freude sorgte wieder der Film „NDR Sportschau von 1976“, auf dem jeder alte Freunde aus Norderbrarup wiedererkannte. Am Ende verließen die Zuschauer die kurzweilige Veranstaltung in der Annahme, der ganze Nachmittag habe nur eine Minute und 69 Sekunden gedauert.
Parallel zu dieser Präsentation fanden im Dorf die Schulveranstaltungen „Kinderflohmarkt“ und Fußball "Schüler gegen Mütter" statt.


Freitag, 15.6.2007, 19.00 – Bezirksübung
Als Jubiläumswehr ist es selbstverständlich auch die Bezirksübung im eigenen Dorf auszurichten. Petrus hatte zwar angekündigt, dass mit seiner Laune in jenen Tagen nicht zu spaßen sei – trotzdem blieben die Feuerwehrveranstaltungen immer wenn es drauf ankam vom Regen verschont, so dass die 6 Feuerwehren aus dem Bezirk Norderbrarup von ca. 250 interessierten Zuschauern auf dem Dorfplatz empfangen wurden. Wir alle haben uns über diese große Resonanz gefreut und ließen die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Regen stehen: Der Mohrkircher Kamerad Norbert Wacker kommentierte die Übung in seiner witzig-lockeren Art mit einem Megafon. Er stellte die Fahrzeuge vor und führte die Zuschauer zu den Kernpunkten der Übung.
Als Brandobjekt wählten wir den Schmidt-Holländer Hof in der Ruruper Straße aus, auf dem unter anderem ein Reifenhandel beheimatet ist. Unter Atemschutz mussten zwei verletzte Personen (vielen Dank an die mutigen Mädchen der Krumbacher Musikkapelle, die die Verletzten spielten) aus der Autowerkstatt gerettet werden. Da ein Mitglied der Atemschutztrupps sich bei dieser Aufgabe „Verletzungen“ zuzog, mussten sofort zwei weitere Rettungstrupps in das vernebelte Gebäude.
Die Wehren bewiesen dabei ein exzellentes Zusammenspiel unter Berücksichtigung, dass die Menschenrettung bei jedem Einsatz absolute Priorität hat.
Die anderen Wehren stellten mehrere Wasserversorgungen her, löschten das Brandobjekt und schützten die vielen umliegenden Gebäude. Eindrucksvoll stellte die Rügger Wehr die Vorteile einer Treckerwehr und deren Bedeutsamkeit im Bezirk unter Beweis. Jeder Gast konnte sich gut vorstellen, dass es bei nassem Gelände mit einem TSF nicht möglich gewesen wäre, das gesamte Equipment inklusive der Spritze so schnell quer über die Äcker zu befördern und eine Wasserversorgung herzustellen.
Im Anschluss an die Übung folgten die Kameraden und auch eine große Zahl der Zuschauer der Einladung ins Festzelt, wo eine Gulaschsuppe serviert wurde und man die Möglichkeit hatte, den Klängen des Amtsfeuerwehrmusikzuges zu lauschen.
Zahlreiche Ehrengäste überbrachten Glückwünsche und Geschenke zum Feuerwehrjubiläum. Stellvertretend für die Gemeindevertretung überreichte Bürgermeister Gramm für die Kameraden einen Satz neue T-Shirts sowie Aufnäher und Aufkleber mit dem neuen Dorfwappen für die Dienstkleidung der Wehr.
Kreisbrandmeister Walter Behrens überbrachte einen Ehrenteller für den neuen Schulungsraum und lobte die Arbeit der Kameraden. Er rief die Frauen auf, sich auch in der Feuerwehr zu engagieren, denn die seinen ja bekanntlich „Katastrophen gewöhnt.“
Nach den Reden überraschte die eigens dafür gegründete Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Norderbrarup mit einigen Sketchen rund um Norderbrarup und unsere Feuerwehr. Für die Sketche danken wir unserem Regisseur Bernd Braas, der sich viele Abende Zeit genommen hat, um die Stücke in der „Backstuuv“ mit uns einzustudieren.
Das Fest ging, wie alle Veranstaltungen an diesem Wochenende auch, bis in die frühen Morgenstunden.


Samstag, 16.6.2007, 20.00 – Jubiläumsfestball mit den Krumbacher Musikanten
Wenn man berichten soll, was an jenem Samstag in Norderbrarup geschah, ist dies eine sehr schwierige Aufgabe. Um 14.00 Uhr sicherten wir wie immer den Umzug der Kindergilde ab.
Was aber an dem Abend passierte ist schlichtweg unbeschreiblich – man muss es einfach selbst erlebt haben, denn an dieser Stelle stoßen Text und Bilder an ihre Grenzen, erstaunlicherweise hilft uns hier nicht einmal das Video. Die 45 Musikerinnen und Musiker vom Musikverein Krumbach am Bodensee machten das Fest zu dem, was es war, nicht nur auf der Bühne, wo sie eine nie da gewesene Stimmung im Dorf erzeugten, sondern auch abseits der Bühne, wo sicherlich eine ganz besondere Freundschaft zwischen den Musikern und den Feuerwehrkameraden entstand. Bereits jetzt ist ein Ausflug der Feuerwehr zum Krumbacher Pfingstfest im Gespräch.
Nach der 27-sekündigen Einführungsrede von Wehrführer Bruno Heller spielte die Kapelle von 20.00 Uhr bis 2.00 Uhr durch, die einzige Unterbrechung kam von der Feuerwehrtheatergruppe, die wieder einige Sketche zum besten gaben.
Die Krumbacher standen auf den Tischen, spielten gegenseitig die Instrumente des anderen, tanzten, lachten und das Publikum war total begeistert. Der einzige Zweck der vielen Tische und Bänke bestand im Grunde genommen nur darin sich drauf zu stellen und zu feiern.
Doch auch bei dem besten Fest gibt es für uns als Veranstalter auch etwas zu lernen: Viele Gäste kritisierten den abrupten und vorher nicht angekündigten Festabbruch um 3.00 – leider hatten wir länger keine Genehmigung.
Während einige der über 320 Besucher nach Hause gingen, waren den Fantasien der Bodenseer keine Grenzen gesetzt. Sie zogen kurzerhand mit der restlichen Festgemeinschaft in die Backstube um, wo das Fest so lange weiter gefeiert wurde, bis man morgens zum Dorfumzug und Festgottesdienst aufbrechen musste. An dieser Stelle sei den Bodenseern noch einmal ganz herzlich gedankt: „Ihr wart das Fest, ihr seid der Gipfel der Norderbraruper Dorffestgeschichte.“ So etwas haben wir noch nicht erlebt. --> Bilder der Jubiläumsveranstaltungen


Sonntag, 17.6.2007, 10.00 – Umzug, Gottesdienst und Frühschoppen
Wie bereits erwähnt, ging die Veranstaltung vom Samstag, zumindest für einige, nahtlos in den nächsten Programmpunkt über. Mehr oder weniger pünktlich trafen Musiker und Feuerwehrkameraden am Norderbraruper Gerätehaus ein, um sich für einen Dorfumzug zu formieren. Die Route führte zunächst zum Pastorat, wo wir Pastorin Renate Singhofen abholten um dann gemeinsam ins Festzelt zu ziehen, wo unser Jubiläumsgottesdienst stattfinden sollte.
Die Krumbacher Musikanten nahmen am Gottesdienst teil und begleiteten ihn musikalisch. Die evangelischen Kirchenlieder wurden vorher extra erlernt und stellten für die Musiker kein Problem dar. Wer Ökumene sucht, braucht also nicht mehr weit nach Berlin zu reisen – Ökumene findet man bei der Feuerwehr in Norderbrarup! Frau Singhofen hielt den Gottesdienst in einer sehr lockeren Art und ging in der Predigt auf den heiligen Florian und die große Bedeutung der ehreamtlichen Feuerwehrarbeit in der heutigen Gesellschaft ein.
Nach dem Gottesdienst machte die Kapelle genau an der Stelle weiter, wo sie in der letzten Nacht aufgehört hatte. Während die Zuschauer den Frühschoppen genießen konnten, begeisterte die Kapelle wiederholt mit einem dreistündigen Programm inklusive Tischspaziergang.
Neben dem Zelt konnte man die Autos und Motorräder der Oldtimerfreunde Angeln und von einem Dänischen Oldtimerklub besichtigen.Leider ging dieser Programmpunkt durch den Regen etwas unter.
In seiner Abschlussansprache brachte Wehrführer Bruno Heller den Verlauf des Jubiläums auf den Punkt: „Das war so schön, eigentlich müsste man eine Runde heulen.“
Nach diesem makellosen Fest möchten wir uns bei allen bedanken, die uns dabei geholfen haben, selbiges auf die Beine zu stellen. Besonderer Dank gilt dabei den Krumbacher Musikanten, den Feuerwehrfrauen für die tolle Zeltdekoration, dem Feuerwehrmusikzug, dem Zeltbetreiber, dem Jubiläumsausschuss und allen anderen Kameraden, allen Helfern, den Bereitstellern von Material, Norbert Wacker und Bernd Braas für Ihre Unterstützung und natürlich allen Gästen – ihr wart ein tolles Publikum.
Danken möchten wir auch den Familien der Musikanten, dass sie das ganze Wochenende auf ihre Leute verzichtet haben, damit diese uns unterstützen konnten. Letztes Mal, als unsere Feuerwehr ähnliches in Böelschuby versuchte, endete die Angelegenheit etwas anders, aber diese Geschichte dürfte dem aufmerksamen Leser unserer Jubiläumschronik inzwischen ja hinreichend bekannt sein.


 

 
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