Großeinsatz in Saustrup-Lück: Reetdachhaus abgebrannt

Reetdachhaus abgebrannt

10.01.2010
Großeinsatz in Saustrup-Lück: Reetdachhaus abgebrannt

In der Nacht zum 10. Januar brannte in Saustrup-Lück ein reetgedecktes Einfamilienhaus bis auf die Grundmauern nieder. Die Einwohner konnten sich glücklicherweise rechtzeitig in Sicherheit bringen, da der Familienvater zu diesem Zeitpunkt zufällig wach war und einen seltsamen Brandgeruch feststellte.
Um 2.53 Uhr wurden die sechs Bezirksfeuerwehren Brarupholz, Norderbrarup, Rügge, Saustrup, Scheggerott, Wagersrott bei stürmischem Nordostwind und starkem Schneetreiben über Sirenen, Pager und die Norderbraruper SMS-Alarmierung zum Einsatz gerufen.
Beim Eintreffen am Einsatzort war das Ausmaß des Unheils von außen noch nicht zu erkennen. Mit einem Innenangriff begab sich ein Atemschutztrupp unserer Wehr in das Brandobjekt und bahnte sich zunächst einen Weg durch das brennende Treppenhaus in Richtung Brandherd am Schornstein, der in der Mitte des Hauses stand. Das Feuer war dort bereits in die Zwischendecke übergegangen und hatte sich über die Verkleidung des Schornsteines bis an den Dachfirst durchgefressen. Als nach kurzer Zeit Flammen aus dem Reetdach schlugen, ließ Einsatzleiter Rainer Pehl den Innenangriff sofort abbrechen und das Fahrzeug aus der unmittelbaren Nähe des Hauses entfernen. Gerade noch rechtzeitig, denn innerhalb von ca. 90 Sekunden stand der gesamte Dachstuhl in Flammen - der Schwelbrand ging in einem sogenannten Flash-Over zum Vollbrand über.
In der Zwischenzeit wurden zwei externe Wasserversorgungen hergestellt, bei denen jeweils sehr große Strecken überbrückt werden mussten und beinahe das gesamte Schlauchmaterial der Wehren zum Einsatz kam.
Es blieb nur noch den Brand von außen zu bekämpfen. Gegen die Windrichtung wurde dabei unter schwerem Atemschutz vorgegangen. Die Geräteträger der Wehren kamen mehrmals zum Einsatz. Das Feuer war jedoch nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Innerhalb eines langen Einsatzes von über sechs Stunden brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder - das Haus ist jetzt unbewohnbar. Die extremen Witterungsverhältnisse mit Sturm und Schnee machten den Einsatz extrem ungemütlich, da Jacken und Material schnell einfroren und Schnee in die Gerätekammern der Einsatzfahrzeuge fügte. Für eine willkommene Aufwärmung bei den niedrigen Temperaturen sorgte der Kaffee, der im Pendelverkehr an den Einsatzort gebracht wurde.     
Nicht viel übrig - die Brandruine in Saustrup-Lück.
Die Kreisfeuerwehrzentrale stellte einen Abrollcontainer mit Schläuchen und Atemschutzflaschen bereit – die vorhandenen Flaschen aller Wehren waren komplett leergeatmet.Ein direkt nebenstehendes Stallgebäude konnte durch das Eingreifen der Wehren sowie durch günstige Windverhältnisse gerettet werden.
Bezüglich des Sachschadens konnten bislang noch keine Angaben gemacht werden – die Kriminalpolizei Schleswig nahm die Ermittlungen auf.
Die nötige Brandwache, die noch bis in die folgende Nacht andauerte, übernahm die Gemeindewehr Saustrup.

 
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